Süßer die Glocken nie klingen
als zu der Weihnachtszeit.
Stopp! Warte! Das Lied lügt uns an!
Aber seht selbst…
Heute geht’s weiter mit dem dritten Teil der (fast) unendlichen Geschichte: In 5 Gängen zum Weihnachtsmenü…
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht? Aber kennt ihr das nicht auch? Es klingelt zu Weihnachten an der Tür und der Teil der Verwandtschaft steht vor der Tür, den man aus Pflichtbewusstsein auch hat einladen müssen. Die Großtante, die einfach zu distanzlos ist und dich unbedingt noch einmal drücken muss, obwohl man kein kleines Kind mehr ist… und selbst als Kind ist dir die ständige Knuddelei tierisch auf die Nerven gegangen. Oder der Opa, der zu jedem Thema einen völlig unpassenden und nicht lustigen Witz raushauen muss… einfach so… ungefragt und ungebeten… auf Teufel komm raus. Oder seine grenzüberschreitenden Kommentare zur aktuellen politischen Situation oder zu seinem Streit mit den Nachbarn – und neutral betrachtet, ist es den Nachbarn echt nicht zu verübeln, dass es eine Auseinandersetzung gab oder noch immer gibt.
… da sach ich nur: Schade, dass die Türglocke zu Weihnachten überhaupt so süß geklungen hat…
Aber was beschwere ich mich überhaupt?
Ich bin ja schließlich – wie schon in den vergangenen Tagen – allein und abgeschieden in der Küche und widme mich dem, was ich halbwegs kann: Dem Weihnachtsmenü…
Aperitif – Cassis Gin Tonic
Vorspeise – Jakobsmuschel, Blutwurst, Apfel, Sellerie
Suppe: Weißweinsuppe, Trauben
Hauptgang: Gans, Süßkartoffel, Cranberry, Nussecken
Dessert: essbare Christbaumkugel (Marzipanparfait, Glühweinkirschen, Salzlakritz)
Heute sind wir schon beim Zwischengang, in meinem Fall einer Suppe, angekommen. Und da es bei der sozial, emotional buck’ligen Verwandtschaft einfach sein muss, gibt es auch in der Suppe ne ordentliche Ladung Alk.
Man nehme (für 4 Personen):
Suppe:
2 kleine Schalotten
1 Knoblauchzehe
300 ml Weißwein (Muskat - lieblich)
300 ml Gemüsebrühe
300 ml Sahne
Olivenöl
Zucker
Salz, Pfeffer
Kartoffelpüree:
6 mittelgroße Kartoffeln
2 ordentliche EL Butter
Sahne zum Glattrühren
Muskat
Salz
1-2 Laugenstange(n)
einige rote, kernlose Trauben
etwas Grün vom Staudensellerie
Fleur de Sel
1. Haste Kartoffeln auf den Augen? Nein, nur im Püree. Darum das Gemüse waschen, schälen und in handliche Stücke schneiden. Diese ca. 20-25 Minuten in nem Topp mit leicht gesalzenen Wasser weichkochen.
2. Für die Suppe von den Schalotten und dem Knoblauch die Enden abschnippeln, Schale ab, in Scheiben schneiden und in nem Topf mit etwas Olivenöl andünsten. Etwas Zucker dazu und dann mit Weißwein ablöschen. Kurz aufkochen und dann die Brühe dazu. Auf kleiner Stufe köcheln lassen.
3. Laugenstangen längs in dünne Scheiben säbeln… mindestens 4 Stück. Backofengrill an. Laugenscheiben auf ein Backblech legen und dann unter steter Beobachtung auf mittlerer Schiene rösten lassen… aber Vorsicht… wir wollen es mit der Wärmebehandlung auch im Winter nicht übertreiben → Verbrennungsgefahr! Deshalb rechtzeitig das Zeug raus aus der Röhre.
4. Nach 25 Minuten die Kartoffeln abgießen. Ausdampfen lassen und dann zweimal durch die Kartoffelpresse drücken. Alles mit der Butter vermengen, mit so viel Sahne wie nötig glattrühren. Zwei Drittel des Kartoffelpürees in die Suppe plumpsen lassen. Der Rest mit Muskat und Salz abschmecken und dann kommt alles in nen Spritzbeutel.
5. Suppe mit dem Zauberstab einmal kräftig durchmixen. Mit S+P abschmecken.
6. Trauben waschen und halbieren und schon kann
7. Angerichtet werden. Kartoffelpüree dekorativ auf die Laugenscheiben spritzen. Trauben darauf platzieren. Mit Selleriegrün dekorieren und mit etwas Fleur de Sel bestreuen. Suppe auf den Teller schöpfen und den Crouton anlegen. Da schöpft man direkt für den Abend im Kreis der lieben Liebenden. Fertig… Ich sach’s euch!
Wer noch weitere anregende Anregungen benötigt, schaut einfach mal bei der mitschreibenden Zunft vorbei:

Wieder mal ein sau starkes Ding, Malte.
Liebend gern würde ich eine Runde auf diesem Laugen-Bötchen durch deinen Kartoffel-Weißweinsee drehen.
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Jens, du bist ganz herzlich eingeladen… zu Rundreise mit anschließem Essen 🙂
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Tja, Malte: Verwandtschaft und andere Katastrophen…
Wie gut, dass ich so weit vom Schuss bin, da ist nichts mit Klingeln!
Ich genehmige mir jetzt schon mal einen Cassis Gin Tonic, weil ich für einen anderen Anlass grad mit Gin experimentiere.
Grüsse aus Fernost,
FEL!X
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Na, da bin ich mal auf dein Gin-Experiment gespannt.
Liebe Grüße nach fern ab vom Schuss
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