Pastel de Nata (Malte Style)

Da macht man einmal Urlaub in Portugal und schon fliegen einem diese kleinen Pastéis de Nata um die Ohren. Wer sie nicht kennt: Das sind knusprige Blätterteigtörtchen gefüllt mit einer süßen Vanillecreme und individuell mit ein wenig Zimt bestäubt. Pastéis gibt es im Ursprungsland an fast jeder Ecke (und mittlerweile auf fast jedem zweiten Foodblog).

Ich will ja nicht großkotzig daher kommen, aber geschmacklich kann dieses Gebäck (außer Urlaubserinnerungen wecken) nicht wirklich viel. Es ist und bleibt was es ist: Blätterteig, Vanillepudding und Zimt – meist pappsüß und ohne jegliche Form von Tiefgang.

Pastéis de Nata – nur anders, besser, leckerer

Aber dennoch hat mich dieses Gebäck dazu angeregt, eine neue Variation zu kreieren, die meinem Geschmack mehr entspricht. Dafür habe ich erst einmal die Geschmacksrichtung gewechselt: Aus Süß wird Herzhaft. Weiterhin habe ich ein anderes typisches portugiesisches Produkt ins Boot bzw. ins Törtchen geholt: Sardinen aus der Dose. Der Konservenfisch hat in Portugal einen wahren Kultstatus erlangt und ich muss sagen: Geil mariniert können die kleinen Fische echt was!

Also ausprobiert und gemacht und schon kam eine wahre Köstlichkeit zu Tage, die deutlich mehr kann als das flache, süße Original – ja ich weiß, ich bin bescheiden…

Somit präsentiere ich euch hier und heute voller Stolz meine kleinen, herzhaften Pastéis de Nata… und ich kann nur noch sagen: Lasst es euch schmecken!

Man nehme (für 12 Pastéis de Nata):

Pastéis de Nata
1 Rolle (275 g) frischer Blätterteig
2 Konserven (250 g) Sardinen (ohne Haut und Gräten) in Öl
2 Eier
200 ml Schlagsahne
4 kleine Tomaten
200 g Crème fraîche
1 EL Speisestärke
Olivenöl mit Zitrone
Olivenöl mit Orange
Olivenöl mit Chili
etwas neutrales Olivenöl
Zucker
Salz, Pfeffer

Süß-saure Zwiebeln
5-10 Perlzwiebeln
½ Glas Weißweinessig
½ Glas Zucker
½ Glas Wasser
1 Lorbeerblatt
1 Scheibe Ingwer
5 Pfefferkörner
3 Wacholderbeeren
Salz

Korianderöl
100 ml Olivenöl
1 Handvoll Koriander
1 Handvoll Spinat

einige Kirschtomaten
Koriander

1. Erstmal kümmern wir uns um die fischige Einlage… aber die Hose bleibt zu! Darum: Konserven aufreißen und den Fisch durch ein Sieb abkippen. Wenn er ordentlich abgetropft ist → rein damit in nen Mixbecher. 1 EL Crème fraîche, 1 Eiklar (Eigelb zur Seite stellen), 1 EL Olivenöl mit Zitrone und ordentlich S+P dazu. Nun den Pürierstab reinhalten und alles kräftig schreddern. Fischfarce in einen Spritzbeutel füllen und bis zur weiteren Verarbeitung zur Seite damit.

2. Pudding in den Armen und Pudding im Törtchen… So muss das! Also ran ans Zeug: 4 kleine Tomaten halbieren, in nen Topf werfen. Mit 200 ml Sahne auffüllen, ne ordentliche Prise Zucker dazu. Alles einmal aufkochen und so lange köcheln lassen bis die Tomaten zerfallen. Der Pürierstab kommt wieder zum Einsatz → mixen und die rosa-orangefarbene Sahnemasse durch ein feines Sieb kippen, um die Kerne und die Schalenreste aufzufangen. Die Flüssigkeit kommt zurück in nen Topf. In einer separaten Schale den Rest der Crème fraîche mit dem verbliebenen Eigelb, 1 Vollei und 1 ordentlich gehäuften EL Speisestärke verrühren – es sollen schließlich keine Klümpchen entstehen. Diese Masse wandern nun auch in den Topf mit der Tomatensahne. Alles einmal blubbrig aufkochen (die Speisestärke verhindert, dass das Ei ausflockt!). Mit einigen Spritzern Orangen- und Chiliöl + Salz abschmecken und direkt vom Herd ziehen. Abkühlen lassen.

3. Dem Backofen ordentlich einheizen: 220°C (Ober- und Unterhitze). Blätterteig aus der Packung holen. Ein Blatt Backpapier auflegen und mit dem Nudelholz noch ein wenig plattieren – 2- bis 3mal drüber rollen sollte reichen. Ein Muffinblech mit einigen Tropfen neutralem Olivenöl auspinseln. Mit Hilfe eines Ausstechrings (Durchmesser 10 cm) 12 Kreise aus dem Blätterteig zaubern und damit die Mulden der Muffinform auslegen. Den Boden der Pastéis mit der Fischfarce bespritzen. Pudding noch einmal durchrühren und die Törtchen mit 1-2 TL der Masse bedecken. Nun wandert alles für 20 Minuten auf der untersten Schiene in die Röhre. Nach dem Backen am besten über Nacht abkühlen lassen.

4. Darf’s noch was dazu sein? JAAAAA! Also, ran an die Zwiebeln. Zucker, Essig und Wasser mit allen Gewürzen (eine kräftige Prise Salz nicht vergessen) in einem Topf aufkochen. So lange die Zwiebeln schälen, halbieren und die einzelnen Schichten von einander lösen. Wenn die Flüssigkeit kocht, Zwiebelsegmente hinein geben, Topf vom Feuer ziehen und alles gemeinsam abkühlen lassen. Das war’s auch schon.

5. Für das Korianderöl: Olivenöl mit Koriander und Spinat in einen Mixer geben und so lange schreddern bis man nix mehr von dem Kraut bzw. Blattgemüse sieht. Öl durch ein Passiertuch kippen, die Flüssigkeit auffangen und bis zum Servieren kaltstellen.

6. Letzte Schritte: Kirschtomaten vierteln, mit einigen Trofen des Essigsuds der Zwiebeln beträufeln und separat einige Korianderblätter zupfen.

7. Und schon kommt das, auf das alle gewartet haben: Anrichten! Einen Klecks Korianderöl auf nen Teller rotzen, ein Pastel de Nata aufsetzen. Mit Zwiebeln, Tomaten und Koriander ausgarnieren und schon kann’s losgehen: Das große Fressen. Lasst es euch schmecken!