Orange – Zitrone – Sauerrahm – Joghurt – weiße Schokolade – salzige Macadamia – Chicorée

Dieses Dessert kommt in fast reinem und unschuldigen Weiß daher. Aber lass dich von diesem Erscheinungsbild nicht verarschen. Das Ding hat es faustdick hinter den Ohren. Einfach teuflisch gut und schweinegeil.

Man nehme (für 8 Personen):

Orangenpraline
100 g weiße Schokolade
4 Orangen
2-3 EL brauner Zucker
1 TL Speisestärke
Orangenlikör (z.B. Angel d’Or)

Zitronentarte
125 g Mehl
65 g Butter
5 Eier
285 g Zucker
½ TL Backpulver
4-5 Bio-Zitronen
1 EL Speisestärke
Salz

Joghurt-Jelly
400 g Joghurt
Kräuter (Lavendel, Rosmarin, Minze…)
2 EL Puderzucker
Zitrone
4 Blatt Gelatine

Sauerrahmeis
100 g Zucker
50 ml Wasser
300 g saure Sahne
100 g Creme fraîche
100 g Joghurt
1 Limette
½ TL Xanthan
Vanille

Chicorée
2-3 Chicorée
100 g Joghurt
Puderzucker
Zitrone

Macadamia
70 g gesalzene Macadamianüsse
1 trockener Löffelbiskuit

1. Fürs Pralinje: Schoko im Wasserbad schmelzen. Silikonform (kleine Halbkugeln) mit der weißen Masse ausschmieren und – bibber, bibber – kaltstellen. So lange zwei Orangen komplett mit Haut und Haaren durch den Entsafter schicken – tschüs Früchte. Hallo Saft. Die zwei anderen Orangen klassisch – dreh, drück – ausquetschen. Saft mit der Speisestärke und dem braunen Zucker verrühren. Rein in nen Topf. Einmal aufkochen, erkalten lassen, Schnappes (nach Belieben) dazu und in die Schokohalbkugeln füllen. Dabei einen kleinen Rand lassen. Nun schickt man die halbfertigen Pralinen entweder an den Nordpol zum Erfrieren oder schiebt sie ins Eisfach. Nach ca. 1 Stunde kann man mit erneut geschmolzener Schokolade einen Deckel auf die Pralinje setzen. Noch einmal in der Kühlung erkalten lassen. Gefrorene Teile aus der Form drücken und im Kühlschrank bis zum Servieren auftauen lassen.

2. Fürs Tartchen: Mehl, Butter, 1 Eigelb, 35 g Zucker, Backpulver, 1 EL kaltes Wasser und 1 Prise Salz – matsch, matsch, matsch – zu einem klebrigen Teig verkneten. Eine Kastenform mit Backpapier ausschlagen – aua, nicht schlagen! Das sage ich in der Schule auch immer. Teig an den Boden drücken und 30 Minuten in den Kühlschrank damit. Da wird das Mehl noch klebriger. In der Zwischenzeit zwei Zitronen schälen und die Schale atomisieren. Saft aus allen Zitronen quetschen, 225 ml abmessen und diesen zusammen mit der Schale, 150 g Zucker, 4 Eiern (2 ganze Eier, 2 Eigelbe) und Speisestärke rein in nen Topf. Alles erwärmen bis Eier und Speisestärke die Masse abbinden. Nicht kochen → sonst süßes Zitronenrührei! Das will doch niemand! Backofen auf 180°C Umluft vorzeigen und dann den Teig 15 Minuten vorbacken. Raus aus der Röhre, Zitronencreme – klatsch – darauf verteilen und alles ca. 15 Minuten bei 125°C Umluft fertig backen.

Unterm Strich bleiben jetzt 3 Eiweiße übrig – gut gerechnet! Rühr, rühr, rühr – diese mit 100 g Zucker und einer Prise Salz zu glänzendem Eischnee schlagen – mensch, du sollst doch nicht schlagen! Eischnee auf ein Backpapier streichen und 1-2 Stunden bei 90°C im Backofen zu lecker Baiser trocknen. (Falls der Baiser wieder an der Luft wieder matschig werden sollte, kann er immer wieder in der Röhre nachgetrocknet werden).

3. Für das Jelly: Joghurt mit Puderzucker und Zitronensaft glattrühren. Kräuter über Nacht einlegen. Am nächsten Morgen Kräuter wieder rausangeln. Gelatine in Wasser ersaufen, wenn weich → ausdrücken und im Topf erwärmen. Topf runter vom Feuer, 2 EL Joghurt dazu, vermischen und die Masse flott in den Joghurt kippen und unterrühren. In einem mit Klarsichtfolien ausgelegten geraden Gefäß erkalten und erstarren lassen → Kühlschrank.

4. Fürs Eis: Zucker, Zitronensaft, Xanthan und Wasser mit ordentlich Rühren einmal aufkochen – welch rührende Geschichte. Saure Sahne, Creme fraiche, Joghurt, und Mark einer halben Vanilleschote in einer Schüssel verrühren – das wird ja noch rührender. Und weil alle guten Dinge drei sind: Zuckermasse zu den Milchprodukten kippen und noch mal – wie sollte es auch anders sein – verrühren. Alles durchs Sieb streichen und ab in die Eismaschine damit. Nach 50-60 rührenden Minuten sollte das Eis fertig sein. Abfüllen und rein ins Eisfach.

5. Fürs Gemüse: Chicorée zerlegen und Blätter in eine schöne Form schnitzen. Joghurt mit Puderzucker und Zitronensaft abschmecken, über den Salat kippen und durchmischen. Das ging mal schnell 🙂

6. Fürs Nüsschen: Gesalzene Macadamia und den Keks in nen Blitzhacker geben und alles häckseln.

7. Das war ja mal wieder ne schwere Geburt. Nun kann aber was angerichtet werden: Tarte kreisförmig ausstechen. Baiser auch. Tarte auf Teller, Baiser oben drauf. Orangenpralinje daneben. Jelly ebenfalls kreisförmig ausstechen und dazu setzen. Nussstreusel rauf auf den Teller, ne Kugel Eis dazu und alles mit Gemüse in Joghurt garnieren. Fertig!