essbare Christbaumkugel (Marzipanparfait – Glühweinkirschen – Salzlakritz)

Stille Nacht, heilige Nacht
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh‘,
Schlafe in himmlischer Ruh‘.

Mit diesem Lied endete jeder Weihnachtsgottesdienst meiner Kindheit. Und was früher gut war, kann auch heute nicht schaden. Leider sind wir schon beim letzten Teil unserer kulinarischen Liebesgeschichte angekommen: In 5 Gängen zum Weihnachtsmenü

Nachdem ich in den Vergangenen Tagen berichtet habe, dass ich zu Weihnachten gerne in die Küche flüchte, um dem Stress der Festtage zu entgehen und um selbst keinen Stress zu verbreiten, möchte ich heute versöhnlichere Töne anschlagen. Ich kann nämlich auch anders… wie ihr gesehen habt, versuche ich schon reflektiert mit der Weihnachtssituation umzugehen – warum sonst der ganze bewusste Aufwand? Mir ist klar, wo Knackpunkte bei mir und den anderen liegen. Jetzt heißt es schlussendlich nur noch, einen passenden Weg des Umgangs bezogen auf die weihnachtliche Situation zu entwickeln.

Vielleicht kann ein gutes Essen eine Lösung sein?… schließlich geht die Liebe grundsätzlich durch den Magen… auch zur Weihnachtszeit 😘

Deshalb hier noch mal mein Menü im Schnelldurchlauf:

Mit der Startnummer 1 – der Aperitif: Cassis Gin Tonic

Mit der Startnummer 2 – die Vorspeise: Jakobsmuschel, Blutwurst, Apfel, Sellerie

Mit der Startnummer 3 – die Suppe: Weißweinsuppe, Trauben

Mit der Startnummer 4 – der Hauptgang: Gans, Süßkartoffel, Cranberry, Nussecken

und last but not least, die Startnummer 5 – das Dessert: essbare Christbaumkugel (Marzipanparfait, Glühweinkirschen, Salzlakritz)

Bevor es nun aber an die Zubereitung des Desserts geht, wünsche ich euch allen trotz der beschriebenen Begebenheiten eine schöne Zeit, einen reflektierten Umgang miteinander und mit euch selbst.

Und vor allem aber wünsche ich euch trotz eventueller Stressmomente ganz viel Liebe und tolles Essen.

Das war das Stichwort: Darum kommt hier nun das ultimative Dessert für den weihnachtlichen Weltfrieden.

Man nehme (für 4 Personen):

Marzipanparfait
2 Eigelb
100 ml Amaretto
70 g Marzipanrohmasse (+ etwas mehr)
100 ml Sahne
2 EL Mandelblättchen
1 Prise Salz
100 g weiße Schokolade
essbare Zuckersterne

weißer Schokokuchen
2 Eier
100 g weiße Schokolade
65 g Butter
1 ½ EL Mehl
1 Prise Salz
Matcha Tee Pulver
(evtl. etwas Rum
evtl. etwas Aromaöl Pinie
alternativ Orangensaft)

Glühweinkirschen
½ Glas Schattenmorellen
200 ml Rotwein
1 EL Zucker
2 Scheiben Orange
1 Scheibe Ingwer
1 Sternanis
3 Kardamom
3 Nelken
1 kleines Stück Zimtstange

salzigen Lakritzsirup
einige Thymianblätter

1. Das Parfait muss mit ein wenig Vorlauf geplant und hergestellt werden… also bitte nicht auf den letzten Drücker arbeiten!!!
Zuerst wird die Sahne steif geschlagen. Dann werden die Mandelblättchen in ner Pfanne geröstet. Als nächsten Schritt die Marzipanrohmasse mit der Hälfte des Amarettos in nem Topf erwärmen und so lange rühren bis eine schlotzige Masse entstanden ist. Eigelb mit dem restlichen Schnappes in ne Metallschüssel geben und auf nem Wasserbad schaumig aufschlagen. Wenn das Ei schön cremig ist, wird zunächst das Marzipan und dann nach kurzer Abkühlzeit die Sahne untergehoben. Mandelblättchen in der Hand zerbröseln und ebenfalls in die Parfaitmasse geben. Einmal mischen und dann wird das gute Zeug in kleine Silikonhalbkugeln gefüllt. Ab damit ins Eisfach für mindestens 3-5 Stunden.

2. Schokolade im Wasserbad schmelzen. Die gefrorenen Halbkugeln raus aus der Kühlung. Immer zwei Dinger zu ner Kugel zusammensetzen. Nen Zahnstocher rein und mit Schokolade übergießen. Schokolade stockt sofort. Zahnstocher raus und nun noch zügig die Kugeln mit Dekokram verzieren. Ich hatte kleine Sternchen aus meinem Rumänienurlaub 🙂 Zurück mit den Kugeln ins Eisfach und bis zum Servieren erfrieren lassen.

3. Für den Kuchen: Schokolade und Butter über nem Wasserbad schmelzen. Eier trennen. Eiweiß aufschlagen. Nun geht’s weiter mit den Eigelb. Auch diese schaumig aufschlagen. Butter und Schokolade dazu und einmal durchmischen. Ebenso das Mehl. Nun vorsichtig in drei Schritten je ein Drittel des Eischnees unterheben. Backofen auf 170°C vorheizen. Die Kuchenmasse in eine mit Backpapier ausgelegte Springform füllen und dann für ca. 15 Min backen. Wer Bock hat, pinselt den noch warmen Kuchen mit einer Mischung aus Rum und Pinien-Öl ein – alternativ O-Saft kombiniert mit Rum oder nur O-Saft. Wie das Herz begehrt. Kuchen auskühlen lassen.

4. Schattenmorellen mit nem kräftigen Schluck Rotwein, Zucker und den Gewürzen in nen Topf geben. Einmal aufkochen und dann ziehen lassen.

5. Aus dem erkalteten Kuchen Ringe ausstechen. Diese sehr fein mit Matcha-Pulver durch ein Sieb berieseln lassen. Aus etwas Marzipanrohmasse kleine Aufhänger für die Christbaumkugeln basteln.

6. Und schon sind wir mal wieder beim Thema Anrichten: Den Teller mit Salzlakritzsirup beschmieren – > was für ein dreckiges Dessert! Kuchenring mittig platzieren. Kugel darauf. Die Verschlussstelle vom Zahnstocher mit dem Marzipanverschluss überdecken. Glühweinkirschen drumherum verteilen. Thymian drauf. Fertig

Wem das noch nicht süß genug war, findet tolle Alternativen bei den extrem sympathischen Mitschreiberlingen

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